Donnerstag, 8. September 2016

Milchsäurebakterien schützen Darmflora vor Antibiotika und Infektionen

Bakterien und Hefen. Sie sind auf uns und in uns. Viele, viele Milliarden. Der Teil dieses sogenannten Mikrobioms, der unseren Darm besiedelt, die Darmflora, ist dabei offensichtlich nicht nur für die Verdauung jener Nahrungsmittel zuständig, die unsere Körperzellen selbst nicht verstoffwechseln können.

Darmflora beeinflusst unser Immunsystem

Sie wirken auch auf unser Immunsystem ein. Und nicht nur das. Wehe also, wenn diese Bakterien nicht vorhanden sind oder zu wenige davon, was speziell nach einer Antibiotika-Behandlung passieren kann. Dann drohen vielfältige Erkrankungen, darunter Diabetes und Krebs, entzündliche Darmerkrankungen - und Übergewicht.

Milchsäurebakterien schützen Darmflora

Speziell eine Klasse der Antibiotika, die Makrolide, bringen die Darmflora so durcheinander, dass sich über viele Jahre hinweg die ursprüngliche Zusammensetzung nicht mehr einstellt. Selbst dann nicht, wenn Milchsäurebakterien verabreicht werden. Von Penicillin verursachte Veränderungen der Darmflora konnten dagegen mit einer Milchsäurebakterienbehandlung reduziert werden.

Diese Milchsäurebakterien scheinen generell bakterielle Infektionen des Darmes verhindern zu können. Bis zu drei Jahre nach der Behandlung.

Korrelation statt Kausalität

Prof. Dr. Willem de Vos, Forscher an der Uni von Helsinki warnt aber davor, aus seinen Studienergebnissen eine Kausalität abzuleiten. Die sei zwar nicht ausgeschlossen, aber schwer nachzuweisen, weil eine Vielzahl von Einflüssen über krank oder gesund entscheiden. Die Korrelation zwischen der Zusammensetzung der Darmflora und bestimmten Krankheitsbildern ist aber deutlich und eindeutig.

Foto: Cornelia Menichelli / pixelio.de

Fazit für Filinu-Diätler: Ab und zu einen probiotischen Joghurt mit Milchsäurebakterien oder eine Portion Sauerkraut kann nichts schaden. Unsere Damflora wird es uns danken. Und es schmeckt ja auch ganz lecker.

 

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