Donnerstag, 24. Januar 2019

Spermidin – Ersatz für lebensverlängerndes Fasten

Die wissenschaftlichen Erkenntnisse verdichten sich: Fasten wirkt lebensverlängernd. Was in esoterischen Kreisen den Patienten immer als Entschlackung verkauft wurde und damit nur Kopfschütteln bei den entsprechenden Wissenschaftlern hervorgerufen hat, lag offensichtlich näher an der Wahrheit als gedacht: Zwar sind diese Schlacken nicht im Bindegewebe zu finden, wo sie nach Meinung der "Ganzheitsmedizin-Gurus" für Cellulite, Orangenhaut und Übersäuerung verantwortlich sein sollten, aber dafür in jeder einzelnen Zelle!

Dort sind es offensichtlich Abfallprodukte des Metabolismus, die im "Normalbetrieb" dieser Zellen dort liegenbleiben. Erst wenn der Gesamtorganismus in den Hungermodus wechselt, greift er auf diesen Zellballast zurück und baut ihn in einem "Autophagie" genannten Prozess ab und in Energie um, die er jetzt benötigt, weil von außen nicht genügend Nahrung aufgenommen wird.

Auf diese "Autophagie" stellt sich unser Körper schon nach kurzen Hungerepisoden ein. Mehrwöchiges Fasten ist deshalb keinesfalls notwendig. Zwei Tage konsequentes Fasten mit maximal 300 kcal Nahrungsaufnahme in Form von Gemüsebrühen oder Obstsäften reichen dabei aus. Allerdings empfehlen die Wissenschaftler, diese zwei Hungertage Woche für Woche zu wiederholen.

2 + 5 heißt die Formel dieser Art von Fasten.

Eine zweite Möglichkeit, auf Autophagie und damit auf Zellreinigung umzustellen, ist das intermittierende Fasten. Während eines 24-Stunden-Tages wird dabei ein Nahrungsaufnahmestopp von mindestens 16 Stunden eingeplant, zum Beispiel zwischen 18 Uhr abends bis 10 Uhr morgens. Wiederholungsrate: täglich!

8 + 16 ist hier die Formel.

Die Wissenschaftler haben bei ihren Studien eine körpereigene Substanz entdeckt, die diese zellreinigende und lebensverlängernde Autophagie iniziert: Spermidin. Ein alter Bekannter, der vor langer Zeit schon im Sperma entdeckt wurde. Neueste Studien belegen, dass die Zuführung dieser Substanz das Fasten überflüssig machen.

Welcher Patient aber würde nicht davon träumen: eine Pille statt Fasten, eine Pille statt Sport, eine Pille statt Gedächtnistraining, eine Pille statt leistungsgetriggerten Sex ...

Spermidin könnte das jetzt immerhin für ein längeres Leben möglich machen und wäre damit nicht weniger als der Stein der Weißen, der lange gesuchte Jungbrunnen.

Also warten wir nicht lange – nicht dass es sich die Wissenschaftler noch anders überlegen – und gönnen wir unserem Körper eine tägliche Ration Spermidin.

Die mit Abstand hochkonzentrierteste Quelle ist (menschliches) Sperma. Für all jene, für die diese Quelle nicht infrage kommt, gibt es Weizenkeime! Und weil diese Weizenkeime ein Abfallprodukt bei der Herstellung von Weizenmehl ist, ist der Erwerb dieser Substanz sogar nicht einmal teuer.

 

Test

Test

Montag, 8. Oktober 2018

Alte Apfelsorten für Allergiker bekömmlicher

Allergiker mit Problemen beim Essen von Äpfeln sollten es einmal mit alten Apfelsorten probieren. Diese enthalten höhere Polyphenol-Konzentrationen, was sie für Allergiker deutlich bekömmlicher macht. Wer diese dann noch dem Schälen für kurze Zeit liegen lässt, bis das Fruchtfleisch sich bräunlich verfärbt, hat die Allergene dann noch mehr reduziert.

Mittwoch, 29. August 2018

Frühstücken gegen Diabetes

Wer die Gefahr, an Diabetes Typ 2 zu erkranken, minimieren will, sollte regelmäßig frühstücken. Selbst wer wenigstens an einem oder zwei Tagen die Woche frühstückt, hat noch ein etwa 50 Prozent höheres Risiko, an dieser Stoffwechsel-Entgleisung zu erkranken, als Menschen, die täglich ein gesundes Frühstück zu sich nehmen.

 

Epidemiologische Studien haben gezeigt, dass das Aussetzen des Frühstücks mit einem erhöhten Risiko für Typ-2-Diabetes verbunden ist . Die Ergebnisse sind nicht schlüssig, und die Form der Dosis-Wirkungs-Beziehung und der mögliche Einfluss von Adipositas wurde in systematischen Übersichtsarbeiten und Metaanalysen bisher nicht untersucht. Um die Ergebnisse zu diesem Thema zusammenzufassen, haben jetzt Forscher aus Düsseldorf eine systematische Überprüfung und Meta-Analyse durchgeführt.

Sabrina Schlesinger (Quelle: S. Schlesinger)

Methoden

Sie durchsuchten dafür PubMed und Web of Science bis August 2017. Prospektive Kohortenstudien zu den Begriffen „Frühstück überspringen“ und „Typ-2-Diabetes“ wurden eingeschlossen. Die summarischen relativen Risiken (RRs) und die 95% -Konfidenzintervalle (95% CIs) wurden unter Verwendung eines Zufallseffektmodells geschätzt. Es wurde eine Meta-Analyse durchgeführt, bei der das Frühstück niemals übersprungen wurde (ohne und mit Anpassung des Body-Mass-Index), sowie lineare und nichtlineare Dosis-Wirkungs-Beziehungen zwischen dem Frühstück und dem Risiko für Typ-2-Diabetes.

Ergebnisse

Die Forscher fanden sechs Studien, darunter 4935 Fälle mit Typ-2-Diabetes unter 96.175 Teilnehmern. Die summarischen relativen Risiken (95% CI) für Typ-2-Diabetes ohne Frühstück im Vergleich zu „nie-Frühstück überspringen“ war 1,33 (95% CI: 1,22-1,46, n = 6 Studien) und immer noch 1,22 (95% CI: 1,12-1,34, n = 4 Studien ) nach Anpassung für den Body Mass Index . Die summarischen relativen Risiken (95% -KI) bei Frühstücks-Ausfall an einem Tag pro Woche betrug 1,06 (95% CI: 1,03-1,09, n = 3 Studien).

Die nichtlineare Dosis-Wirkungs-Meta-Analyse zeigte, dass die Kurve zu Beginn steiler war und das höchste Risiko für 4-5 Tage Frühstücks-Ausfall pro Woche beobachtet wurde [summarische RR: 95% CI: 1,53 (1,26-1,86)]; ohne weiteren Anstieg danach ( P für Nichtlinearität = 0,08).

Schlussfolgerungen

Diese Meta-Analyse liefert den Beweis, dass das Aussetzen des Frühstücks mit einem erhöhten Risiko für Typ-2-Diabetes verbunden ist, und die Assoziation war nach Einbeziehen des BMI immer noch signifikant. Ein gesundes tägliches Frühstück kann helfen, das Risiko für Typ-2-Diabetes zu senken.

Hier und hier geht es zur Originalveröffentlichung

So funktioniert ein gutes Frühstück (dieser Link führt zu Amazon) 

 

Donnerstag, 26. Juli 2018

Westliche Ernährung: Angriff auf unser Gehirn

Zu viel Zucker, zu viel Fett und zu wenig Omega-3-Fettsäuren, mit anderen Worten: eine in der westlichen Welt Mode gewordene Ernährungsweise schlägt nicht nur auf die Hüfte, sondern auch aufs Gehirn. Speziell die Gedächtnisleistungen sind davon ganz offensichtlich negativ beeinflusst. Am Ende ist es vielleicht diese Wohlstandsernährung, die menschliche Gesellschaften in die Bedeutungslosigkeit abrutschen lassen.

Montag, 7. Mai 2018

Dehnung des Magens vertreibt unseren Hunger

Diäten, die auf Lebensmittel mit geringer Kaloriendichte und damit auf Nahrungsmittel mit großem Volumen setzen, funktionieren. Eine Studie aus Tübingen beweist dies. Die stärkerer Dehnung der Magenwand sorgen für ein subjektiv abnehmendes Hungergefühl und gleichzeitig für ein stärkeres Sättigungsgefühl.

Hintergrund

Stand der Forschung ist: Die Dehnung des Magens trägt zur Beendigung der Nahrungsaufnahme bei. Es gibt aber wenige Arbeiten über die Reaktionen im Gehirn auf eine solche Magendehnung durch Nahrungsaufnahme, und bis heute wurden keine Hirnstrommessungen gleichzeitig mit einer Messung der Magenwanddehnung durchgeführt.

Forscher aus Tübingen zusammen mit Forschern aus den Niederlanden haben diese Forschungslücke jetzt geschlossen, mit dem Ziel

  1. zu untersuchen, wie die Aufnahme einer kleinen gegenüber einer großen Wassermenge nach einer standardisierten Nahrungsaufnahme die Magendehnung beeinflusst.
  2. die Zusammenhänge zwischen Sättigungsgefühl und Gehirnaktivität und dem Ausmaß der Magendehnung zu beurteilen.

Methode

Dazu wurden 19 gesunde Männer (Alter 22,2 ± 2,5 Jahre, BMI 21,8 ± 1,5 kg/m2 ) einer randomisierten Crossover-Studie mit zwei möglichen Behandlungsmethoden unterzogen:

Einnahme eines 150-ml-Shakes (500 kcal) gefolgt von einer kleinen (50 ml) oder einer großen Wassermenge (350 ml).

Zu Beginn der Studie und dreimal nach der Einnahme wurde

  • das Sättigungsgefühl bewertet
  • das Gesamtvolumen des Mageninhaltes bestimmt
  • funktionelle MRI-Scans durchgeführt, um den zerebralen Blutfluss zu messen.

Ergebnisse

Das Gesamtvolumen des Magens war nach der Aufnahme der großen Wassermenge signifikant höher im Vergleich zur Aufnahme der kleinen Wassermenge zu allen Zeitpunkten mit folgenden relativen Unterschieden

  • 292 ± 37 ml direkt nach der Einnahme
  • 182 ± 83 ml 15 min nach der Einnahme
  • 62 ± 57 ml 35 Minuten nach der Einnahme.
Der Hunger nahm dabei ab und das Sättigungsgefühl stieg bei der großen Wassermenge signifikant stärker als bei der kleinen.

Die Nahrungsaufnahme erhöhte zwar den zerebralen Blutfluss im unteren frontalen Gyrus und der vorderen Insula, aber es gab keine Unterschiede zwischen den beiden Behandlungsmethoden. Auch gab es keine signifikanten Zusammenhänge zwischen den Sattheitsgefühlen und den zerebralen Durchblutungs-Werten.

Fazit

Die Durchführung von simultanen Magen-MRI- und CBF-Messungen kann verwendet werden, um neurale Korrelate der Magendehnung zu untersuchen. Erhöhte Magendehnung führte nicht zu einer signifikant stärkeren Aktivierung des Gehirns. Zukünftige Forschung sollte die Rolle des inferioren frontalen Gyrus im Sättigungsgefühl weiter untersuchen.

Hier und hier geht es zur Originalveröffentlichung

((Die Filinu-Diät zeigt, wie wir unsere Speisen bei der Nahrungsaufnahme so mit Wasser "verdünnen", dass die Kaloriendichte unserer Nahrung sich auf etwa 100 kcal/100 g verkleinert.))

 

Mittwoch, 29. November 2017

Hafer rundweg gesund – auch bei Zöliakie

Langfristige Lebensmittelstudien haben es bestätigt: Für Patienten mit Zöliakie ist Hafer ein sicheres Produkt. Deshalb dürfen Haferprodukte in der EU und den USA als glutenfrei verkauft werden. Dabei ist allerdings eine Produktionskette ist erforderlich, die eine Kontamination mit glutenhaltigen Getreidesorten ausschließt.

Freitag, 24. November 2017

Sport in der Jugend zahlt sich aus

Wer in seiner Jugend Sport getrieben hat, ist auch in fortgeschrittenem Alter sportlich aktiver und dementsprechend gesünder. Selbst wenn solche früher sportlich Aktiven dann kein regelmäßiges Training absolvieren, bewegen sie sich deutlich mehr und haben kürze Sitzzeiten als lebenslängliche Sportmuffel. Und trotzdem: Auch etwa zwei Drittel der Menschen ohne eine solche positive jugendliche Sportbiographie erwärmen sich später im Leben für Sport und körperliche Fitness.

Mittwoch, 22. November 2017

Fette Männer verweiblichen

Mit zunehmender Fettleibigkeit schmiert das Testosteron ab. Das sollte jene Männer hellhörig werden lassen, deren Übergewicht oder Fettleibigkeit ihrem ästhetischen Empfinden bislang nicht im Wege stand. Denn es geht immerhin um ihre Libido und ihrem männlichen Selbstverständnis, Frauen glücklich machen zu können – und zu wollen. Jenseits der 60 erhöht sich bei übergewichtigen Männern dann auch noch das weibliche Hormon Östrogen! Bei jüngeren Männern sorgen solche hohen Östrogenspiegel für eine erhöhte Neigung zu Depressionen.

Freitag, 10. November 2017

Omega-3-Fettsäuren – oft verpufft die Wirkung

Wie gesund die beiden Omega-3-Fettsäuren aus Fischöl (Lachsöl) sind, hat sich inzwischen herumgesprochen. Die Wirkung dieser Öle ist allerdings auch auf Produkte zurückzuführen, die erst durch den Umbau zu den entsprechenden Epoxyden entstehen. Das Problem dabei ist: Dieser Umbau wird von einigen Faktoren negativ beeinflusst, was zu einer verringerten Bildung dieser Substanzen aus den zugeführten Omega-3-Fettsäuren führen kann. Stabilere synthetische Analogverbindungen zu diesen Epoxyden sollen deshalb künftig die Omega-3-Fettsäuren ergänzen.

Donnerstag, 9. November 2017

Nie wieder krank – die 7 eisernen Regeln für ein freudvolles Leben

Nie wieder krank. Ein großmundiges Versprechen, zugegeben. Denn vieles im Leben ist reine Glückssache. Die Gene, beispielsweise. Wer da danebengegriffen hat, hat es im Leben weniger leicht oder gar deutlich schwerer als andere. Trotzdem kann man mit der Grundausstattung, die uns die Gene und das Umfeld, in das wir geboren wurden, mitgegeben haben, sorglich umgehen oder eben nicht. Kann man sein Leben möglichst gesund gestalten oder sich von einer Erkrankung zur nächsten hangeln.

7 eiserne Regeln gibt es, die uns helfen, so gesund wie möglich zu bleiben, die uns helfen, alles in die Flucht zu schlagen, was uns krank machen könnte. Auf die kleinen und großen Freuden im Leben brauchen wir dabei nicht zu verzichten. Ganz im Gegenteil: Freude und Optimismus halten uns gesund.

1. Kälte

Es muss ja nicht gleich der allmorgendliche Sprung in die Eistonne im Garten sein, aber Kältereize, das weiß man schon lange, regen das Immunsystem an. Denn unser Immunsystem, die wichtigste Verteidigungslinie gegen Feinde von außen, bemerkt, dass in dieser Situation unserem Körper Unterkühlung und damit Schwächung droht – und so ein Angriff von Viren und Bakterien erfolgversprechender wäre als sonst. Abhärtung ist dabei das Zauberwort: unser Immunsystem regelmäßig reizen, dass es, wenn es wirklich ernst wird – in der überfüllten U-Bahn, beispielsweise – maximal abwehrbereit ist.

Statt Eistonne: kalte Dusche oder Wechselduschen; Sauna mit anschließendem Tauchbad, Kneippsche Wasserkuren; Aufenthalte in der Kälte in möglichst leichter Bekleidung …

2. Bewegung

Dass uns Bewegung fit hält, gehört inzwischen zu den Binsenweisheiten. Unzählige wissenschaftliche Studien haben das bewiesen. Auch hier ist es wieder unser Immunsystem, das durch Bewegung und Sport ertüchtigt wird. Ganz bestimmte Hormone werden gerade bei Dauersportarten wie Jogging, Walking und Radfahren freigesetzt, die wiederum das Immunsystem auf den Zustand “Hallo wach!” setzen. Aber aufgepasst: Leistungssport bewirkt genau das Gegenteil davon: Hier wird das Immunsystem durch ein Überangebot an Stresshormonen geschwächt. Ergebnis: ständig kranke Athleten. Gesunder Sport und gesunde Bewegung aber geht so: nicht verausgaben, sondern nur so schnell, so intensiv und so lange, wie man sich dabei noch ganz bequem und natürlich mit seinem Trainingspartner unterhalten kann.

Frische Luft ist dabei zwar immer vorzuziehen, aber auch auf dem Heimtrainer lässt sich unser Immunsystem trainieren – genauso wie beim Tanzen, beim Gärtnern ...

3. Vitamine – Mineralstoffe

Wer sich gut ernährt, führt jene Vitamine und Mineralstoffe in ausreichender Menge zu sich, die das Immunsystem braucht, um optimal zu funktionieren. Ein besonderer Tipp dazu: Wer sein Essen maximal farbenfroh gestaltet, ist auf der sicheren Seite: Gelb, grün, rot – und zu diesen Ampelfarben Lebensmittel in weiteren Farben (orange, violett …). Ein solches buntes Essen hat nicht nur genügend Vitamine und Mineralien an Bord, sondern auch jede Menge Flavonoide, die unser Immunsystem so richtig ankurbeln.

Doch jeder, der den Verdacht hat, dass seine Nahrung alles andere als ausgewogen ist, sollte beim Arzt einmal sein Blut auf entsprechende Vitamine und Mineralstoffe untersuchen lassen. (Das kostet ihn etwa 100 €). Besonders wichtig sind Vitamin B 12 (speziell für Menschen, die sich vegetarisch oder gar vegan ernähren) und Vitamin D, das nur bei ausreichender Sonnenbestrahlung in den gewünschten Konzentrationen im Blut vorliegt. In Erkältungszeiten hilft dann zusätzlich Vitamin C, unsere Fresszellen, die Nahkampfkrieger unseres Immunsystems, zu mobilisieren. Menschen, die regelmäßig mehrmals pro Jahr erkältet sind, sollten auch ihre Immunglobuline im Blut untersuchen und diese gegebenenfalls substituieren lassen.

4. Entspannung gegen chronischen Stress

Stress ist ein Freund! –, der uns durch gefährliche Situationen bringt und so im Erfolgsfall am Leben hält. Aber: Die Menge macht das Gift! Und nichts wirkt verheerender auf unser Immunsystem als Dauerstress, als chronischer Stress. Wie bei Leistungssportlern schon beschrieben, sorgt ein Überangebot an Stresshormonen dafür, dass unser Immunsystem zusammenbricht. Regelmäßige Erkältungen, Niedergeschlagenheit, Depressionen … sind die Folge. Gleichzeitig treibt chronischer Stress die Entzündungsfaktoren nach oben. Und auch hier gilt: Was uns normalerweise vor eingedrungenen Keimen schützt, wird auf Dauer zum Gift. Schwerwiegende Erkrankungen, wie Herz-Kreislauf-Symptome und Diabetes, am Ende sogar Krebs, können die Folge sein.

Also: Regelmäßig runterkommen ist die Maxime. Regelmäßige Auszeiten. Rituelle (!) Auszeiten, so regelmäßig wie eine Schweizer Uhr, sind dringend angesagt. Lernen Sie eine der vielen Meditationstechniken. Lernen Sie Autogenes Training, lernen sie Muskelrelaxation. Weil diese Methoden prinzipiell alle gleich gut funktionieren, entscheiden Sie sich für die für Sie passendste und einfachste.

Eine der Achtsamkeits-Meditationen, meinetwegen. Und von diesen wiederum die einfachste: die Atem-Meditation. Beobachten Sie dabei einfach Ihren Atem und das, was er mit Ihrem Körper macht: Erspüren Sie die abwechselnde Kühle und Wärme an Ihren Nasenflügeln, das Heben und Senken des Brustkorbes und der Bauchdecke … Die Reduktion Ihrer Gedanken, die damit einhergeht, ermöglicht es Ihrem Gehirn, neue gesündere Gleichgewichte in Ihrem Körper einzustellen.

Wem Meditation oder Autogenes Training zu “esoterisch” erscheint, der möge sich regelmäßig (!) der Malerei, der Töpferei, der Bildhauerei, der Schnitzerei, der Gärtnerei zuwenden, oder irgendeiner Tätigkeit, in der er in diesen berühmten Zustand des “Flows” gelangen kann.

5. Gesunder Schlaf

Die wohl längste wohltuende Auszeit für unser Gehirn ist der Schlaf. Damit ist er das Mittel Nr. 1 gegen Stress. Und Studien haben bewiesen, dass unser Immunsystem während des Schlafens am besten lernt, mit seinen Feinden umzugehen. So konnte gezeigt werden, dass diejenigen Patienten, die nach einer Impfung einen erholsamen Schlaf hatten, doppelt so viele Immunglobuline, also Abwehrmoleküle, in ihrem Blut gebildet hatten wie jene, die die Nacht nach der Impfung wachgehalten wurden.

Gesund schläft übrigens besonders der, der sich damit keinen zusätzlichen Stress macht. So ist es durchaus normal, dass man nachts öfter mal aufwacht. Nur wer nicht danach schnell wieder (nach wenigen Minuten) einschlafen kann, muss etwas an seinem Schlafverhalten ändern. Statt stundenlang wachzuliegen, ist es dabei immer besser, aufzustehen und irgendetwas zu tun, bis einem der Schlaf dann doch übermannt. 6 bis 7 Stunden pro Nacht sind offensichtlich notwendig, um unseren Körper (und Geist) maximal fit zu halten. Die Nacht zum Tag zu machen ist zwar heutzutage hip und angesagt, auf Dauer aber nur dumm. Also: Wer nicht ständig mit einer “Rotznase” herumlaufen will, sollte sich regelmäßig aus dem Freizeitpark Deutschland ausklinken.

6. Gesundes soziales Umfeld

Wie in der Einleitung beschrieben, liegt längst nicht alles, was Einfluss auf unser Leben nimmt, in unserer Hand. Stichwort: unsere Gene. Auch unser Umfeld fällt zum Großteil in diese Kategorie. Wir können uns unsere Familie und das soziale Umfeld, in das wir hineingeboren wurden, ja schließlich nicht aussuchen, können niemanden zwingen uns zu lieben, nicht einmal uns zu respektieren. Für unser Selbstwertgefühl wäre dies aber essenziell. Deshalb sollten wir alles, was dabei doch in unserer Hand liegt, so zu formen versuchen, dass es uns gut tut. Sorgen wir also für ein gutes soziales Umfeld. Auch wenn das bedeutet, uns von unserem Lebenspartner trennen zu müssen. Auch wenn das bedeutet, unseren Beruf wechseln zu müssen. Denn der falsche Lebenspartner, der falsche Beruf führen zu chronischem Stress und machen uns krank.

Für die ganz Jungen unter uns bedeutet das: die Kindheit genießen oder eben aushalten, so gut es geht. Für die Jüngeren unter uns bedeutet das: Love it, change it or leave it. Für die Reiferen unter uns, denen die Zeit für langwierige Experimente längst davongelaufen ist: Love it or leave it.

7. Berufung statt Beruf

Auch wenn der Beruf unter Punkt 6 (Gutes soziales Umfeld) schon abgehandelt wurde, soll er hier noch einmal gesondert aufgeführt werden. Denn gerade das Feld unserer beruflichen Tätigkeit bietet uns die Möglichkeit, für uns wesentliche Bedürfnisse zu befriedigen: Selbstwertgefühl durch Anerkennung (der eigenen Leistungen), Sicherheit (erkauft von unserem regelmäßigen Gehalt), Selbstwirksamkeit (nicht nur als Chef des Unternehmens) durch die Verwirklichung von Zielen … steigender Optimismus mit jedem erfolgreichen Projekt.

Unser berufliches Umfeld kann aber auch Angst machen, für Dauerstress sorgen, wenn wir den falschen Beruf oder das falsche Unternehmen mit zu uns nicht “kompatiblen” Mitarbeitern gewählt haben.

Drum prüfe, wer sich (ewig) bindet, (zumal ein Job ja heutzutage eh nicht auf "ewig" angelegt ist).

Glücklich der, der sein Hobby zum Beruf gemacht hat, für den sein Beruf eine Berufung ist, wie das heute noch für so manchen Mediziner der Fall ist.

 

Hier das Ganze in bewegten Bildern und in Farbe:

 

Mittwoch, 8. November 2017

Vitamin-D-Mangel ist kein Kavaliersdelikt

Ein Vitamin-D-Mangel macht uns krank. Und zwar so richtig krank! So sehr, dass der Krankenheitsaufenthalt solcher Mangel-Patienten rapide ansteigt und entsprechend hohe Kosten im Gesundheitswesen erzeugt. Die Gegenmaßnahmen sind einfach: Beim Arzt Blutwerte bestimmen lassen und gegebenenfalls mehr "Sonne tanken" oder/und Vitamin D einnehmen.

Vitamin-D-Mangel ist mit einer höheren Anfälligkeit für Krankheiten verbunden. Bislang gab es jedoch nur wenige Daten zur Auswirkung eines Vitamin-D-Mangels auf die Gesundheitskosten. Eine Studie von Forschern aus Greifswald untersuchte deshalb jetzt die Querschnitts- und Längs-Beziehungen zwischen einer 25-Hydroxy-Vitamin-D-Serumkonzentration und den direkten Gesundheitskosten sowie der Krankenhausaufenthaltsdauer in zwei unabhängigen Stichproben der Allgemeinbevölkerung in Nordostdeutschland.

Prof. Dr. Matthias Nauck
Die Forscher untersuchten dazu insgesamt 7.217 gesunde Personen von der 'Study of Health in Pomerania' (SHIP n = 3203) und der 'Study of Health in Pomerania-Trend' (SHIP-Trend n = 4014), die validierbare Vitamin-D-Messungen und Angaben über die jährlichen Gesamtkosten, ambulante Kosten, Krankenhausaufenthalte und stationäre Kosten beinhalteten.

Ergebnisse: In einer Querschnittsanalyse der SHIP-Trend-Daten konnte ein nicht-linearer Zusammenhang zwischen der Vitamin-D-Konzentration und den stationären Kosten und den Einweisungen ins Krankenhaus (Hospitalisierung) nachgewiesen werden: Probanden mit 25-OH-Vitamin-D-Konzentrationen von 5, 10 und 15 ng/ml produzierten um 226,1%, 51,5% bzw. 14,1%, höhere stationäre Kosten als solche mit Konzentrationen von 20 ng/ml (p-Wert = 0,001).

Die Greifswalder Forscher fanden also den Daten zufolge einen exponentielle Zusammenhang zwischen zu niedrigen 25-OH-Vitamin-D-Konzentrationen und den stationären Kosten für das Gesundheitswesen sowie den Krankenhausaufenthalten.

Hier geht es zur Originalveröffentlichung

 

Donnerstag, 12. Oktober 2017

Omega-6-Fettsäuren schützen vor Typ-2-Diabetes

Omega-6-Fettsäuren: Bei Rheuma, Arthritis und Arthrose sind diese Fettsäuren verpönt, weil sie im Körper zu starken Entzündungsvermittlern wie etwa die Arachidonsäure umgebaut werden können. Omega-3-Fettsäuren dagegen können solche Entzündungsreaktionen wieder eindämmen. Im Falle von Typ-2-Diabetes ist es offensichtlich fast umgekehrt: Omega-6-Fettsäuren schützen vor Typ-2-Diabetes, Omega-3-Fettsäuren zeigen keine Wirkung.

Dienstag, 10. Oktober 2017

Grüner Tee und Lachsöl gegen Fettleber?

Nur die Kombination machts: Omega-3-Fettsäuren zusammen mit Flavan-3-olen verhindern im Mausmodell eine Steatose und Leberschäden. Sie reduziert gleichzeitig eine Körpergewichtszunahme und eine Insulinresistenz bei den so behandelten Mäusen. Die Flavanole verbessern zudem den Gallensäurestoffwechsel, und die Omega-3-Fettsäuren regulieren an der Fetteinlagerung beteiligte Gene herunter. Jetzt muss noch die Wirksamkeit beim Menschen getestet werden.

Donnerstag, 28. September 2017

Vegetarier bauen auf Offenheit und politisches Interesse

Setzen Sie auf Offenheit gegenüber allem Neuen? Ist Ihnen Ihr politisches Interesse wichtig? Sind Sie gebildeter als andere? Dann sind Sie wahrscheinlich Vegetarier, behauptet zumindest die Wissenschaft. Bauen Sie aber mehr auf das Konservative und auf Gewissenhaftigkeit, dann bauen Sie wohl auch regelmäßig in Ihrer Ernährung auf "das Stück Lebenskraft". Wie diese Erkenntnis weiterhelfen könnte? Nun, vielleicht gilt ja auch der Umkehrschluss, und sieben Veggie-Days pro Woche machen Sie am Ende (noch) weltoffener, noch gebildeter.

Donnerstag, 21. September 2017

Nicht nur die mediterrane Küche hält unsere Arterien offen

Eine mediterrane Ernährungsweise: viel Obst und Gemüse, weniger Fleisch, beugt einer Arterienverkalkung unserer Herzkranzgefäße vor. Fast genauso profitieren wir in dieser Beziehung aber auch von einer traditionellen deutschen Küche, verbunden mit einem vernünftigen Alkoholkonsum.

Donnerstag, 6. Juli 2017

Der Anblick von Nahrungsmitteln treibt uns den Zucker aus den Adern

Die Fülle von hochschmackhaften Speisen in unserer Umgebung stellt eine mögliche Ursache für Überkonsum dar. Bildgebende Verfahren am Gehirn des Menschen haben gezeigt, dass die Beobachtung von Bildern von Lebensmitteln die Aktivierung in Gehirngebieten erhöht, die in der homöostatischen und hedonischen Verarbeitung von Nahrungsmittelabbildungen involviert sind.

Dienstag, 27. Juni 2017

Autofahrer sind 4 Kilo dicker

Unglaublich aber wahr, doch 10.000 Teilnehmer können nun mal nicht (alle) lügen ;-): Wer, um von A nach B zu kommen, ausschließlich sein Auto nutzt, hat im Vergleich zu einem regelmäßigen Radler im Schnitt 4 Kilogramm mehr auf den Rippen. Und selbst die, die öffentliche Verkehrsmittel nutzen, sind im Mittel leichter – und um die Mitte schlanker.

Dienstag, 13. Juni 2017

Schwanger? Omega-3 lässt das ungeborene Kind schneller wachsen

Omega-3-Fettsäuren sind offensichtlich nicht nur für den erwachsenen Menschen gut, sondern auch schon für den ungeborenen. Sorgt die Mutter für ein hohes Omega-3/Omega-6-Verhältnis in ihrer Ernährung, wächst das Kind im Mutterleib schneller und hat ein höheres Geburtsgewicht.

Montag, 12. Juni 2017

Männer hält die Freude an Bewegung in Bewegung, Frauen eher der Team-Spirit

Jetzt ist es also raus: Wer Spaß und Freude an körperlicher Aktivität hat, betreibt nicht nur bereitwilliger Sport, sondern neigt auch dazu, sich darin stärker zu fordern als Sportunwillige. Diese Binsenweisheit ist seit einer aktuellen wissenschaftlichen Studie aus Greifswald jetzt amtlich. Aber, Überraschung!: Das gilt nur für Männer. Frauen dagegen scheinen Sport weniger aus physiologischen denn aus psychosozialen Gründen zu genießen, wobei sozialer Kontakt und Teamgeist während der körperlichen Aktivitäten im Vordergrund stehen.