Donnerstag, 6. Juli 2017

Der Anblick von Nahrungsmitteln treibt uns den Zucker aus den Adern

Die Fülle von hochschmackhaften Speisen in unserer Umgebung stellt eine mögliche Ursache für Überkonsum dar. Bildgebende Verfahren am Gehirn des Menschen haben gezeigt, dass die Beobachtung von Bildern von Lebensmitteln die Aktivierung in Gehirngebieten erhöht, die in der homöostatischen und hedonischen Verarbeitung von Nahrungsmittelabbildungen involviert sind.

Dienstag, 27. Juni 2017

Autofahrer sind 4 Kilo dicker

Unglaublich aber wahr, doch 10.000 Teilnehmer können nun mal nicht (alle) lügen ;-): Wer, um von A nach B zu kommen, ausschließlich sein Auto nutzt, hat im Vergleich zu einem regelmäßigen Radler im Schnitt 4 Kilogramm mehr auf den Rippen. Und selbst die, die öffentliche Verkehrsmittel nutzen, sind im Mittel leichter – und um die Mitte schlanker.

Dienstag, 13. Juni 2017

Schwanger? Omega-3 lässt das ungeborene Kind schneller wachsen

Omega-3-Fettsäuren sind offensichtlich nicht nur für den erwachsenen Menschen gut, sondern auch schon für den ungeborenen. Sorgt die Mutter für ein hohes Omega-3/Omega-6-Verhältnis in ihrer Ernährung, wächst das Kind im Mutterleib schneller und hat ein höheres Geburtsgewicht.

Montag, 12. Juni 2017

Männer hält die Freude an Bewegung in Bewegung, Frauen eher der Team-Spirit

Jetzt ist es also raus: Wer Spaß und Freude an körperlicher Aktivität hat, betreibt nicht nur bereitwilliger Sport, sondern neigt auch dazu, sich darin stärker zu fordern als Sportunwillige. Diese Binsenweisheit ist seit einer aktuellen wissenschaftlichen Studie aus Greifswald jetzt amtlich. Aber, Überraschung!: Das gilt nur für Männer. Frauen dagegen scheinen Sport weniger aus physiologischen denn aus psychosozialen Gründen zu genießen, wobei sozialer Kontakt und Teamgeist während der körperlichen Aktivitäten im Vordergrund stehen.

Dienstag, 6. Juni 2017

Omega-3 in der Nahrung verändert Fettsäure-Muster im Gehirn

Die Umstellung der Nahrung auf eine Omega-3-reiche Fettzusammensetzung beeinflusst die kognitiven Funktionen positiv. Dieses seit längerem bekannte Forschungsergebnis geschieht offensichtlich durch eine umfassende Veränderung des Fettsäuremusters im Gehirn einerseits und durch die veränderte Zusammensetzung der aus diesen Fettsäuren entstehenden Metaboliten und den entsprechenden Enzymen andererseits Was an Mäusen bewiesen wurde, wird wohl beim Menschen nicht gänzlich anders sein.

Mehrere Studien haben darauf hingedeutet, dass die Aufnahme von Omega-3-mehrfach ungesättigten Fettsäuren die kognitive Funktion positiv beeinflusst. Allerdings waren die Auswirkungen auf das erwachsene Gehirn nicht klar. Es ist wenig bekannt über die Auswirkung dieser Ernährungsumstellung auf das Fettsäureprofil im adulten Gehirn und über die Veränderung in der Expression von Enzymen, die an der Fettsäurebiosynthese und dem Metabolismus, dem Um- und Abbau dieser Substanzen im Körper, beteiligt sind, sowie über die Veränderungen der daraus entstehenden sogenannten Oxylipine.

Prof. Dr. Nils Helge Schebb
Diese Fragen wurden jetzt in einer aktuellen Studie aus Hannover, Gießen, Berlin und Wuppertal in zwei unabhängigen Omega-3-Fütterungsexperimenten von Mäusen angesprochen.

Die Fütterung von Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA) – uns bekannt als die Hauptbestandteile des "Lachsöls" – mit jeweils 1% im Futter über 30 Tage von erwachsenen Mäusen führte zu einer deutlichen Verschiebung des Fettsäuremusters im Gehirn:

Während die EPA, die Docosapentaensäure und die DHA erhöht waren, wurden viele Omega-6-Fettsäuren signifikant verringert (mit Ausnahme von C20:3 n6, einer Fettsäure mit 20 C-Atomen und 3 Doppelbindungen, wobei die Doppelbindung am 6. C-Atom dem Molekülende der Fettsäure am nächsten ist).

Diese Verschiebung des Musters der mehrfach ungesättigten Fettsäuren wurde gleichzeitig von immensen Unterschieden in den Konzentrationen ihrer oxidierten Metaboliten begleitet, die aus der enzymatischen Umwandlung der Fettsäuren entstehen.

Speziell die Metabolite der Arachidonsäure waren allesamt vermindert. Auch das Expressionsmuster von Delta-5- und Delta-6-Desaturasen war deutlich verändert. (Diese Desaturasen schaffen zusätzliche Doppelbindungen in den Fettsäuren, sind aber auch an der Verlängerung der kürzerkettigen Fettsäuren beteiligt). In beiden Experimenten wurde eine bemerkenswerte Zunahme der löslichen Epoxidhydrolase-(sEH)-Aktivität sowie deren Expression beobachtet. Was die verminderte Epoxy-Fettsäuren-Konzentrationen und das verminderte Verhältnis von Epoxy-Fettsäuren zu Dihydroxy-Fettsäuren erklärt.

Unter Berücksichtigung der hohen biologischen Aktivität von Epoxy-Fettsäuren, beispielsweise auf den Blutfluss und die nozizeptiven Signalwege (Schmerzverarbeitung), könnte dieser Befund für die Wirkungen von Omega-3-Fettsäuren bei neurodegenerativen Erkrankungen von Bedeutung sein.

Auf jeden Fall beweist die Studie, dass eine ausgeprägte Neu-Regulierung der Hirn-Fettsäuren-Muster und der Oxylipin-Muster durch eine Nahrungsergänzung mit Omega-3-Fettsäuren an erwachsene Nagetiere möglich ist.

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Sonntag, 4. Juni 2017

Omega-6-Fettsäuren: keine generelle Empfehlung für Herz-Kreislauf-Prophlaxe

Omega-6-Fettsäuren zu vertäufeln, würde einzelnen Spezies dieser Fettsäure-Gruppe nicht gerecht werden. Einige von ihnen wirken nämlich ähnlich anti-entzündlich wie die Omega-3-Fettsäuren. Beispielsweise die Gamma-Linolensäure in Nachtkerzen-Öl. Deshalb sollten künftig auch nur noch diese Spezies für die Prophylaxe von Herz-Kreislauf-Erkrankungen empfohlen werden.

Dienstag, 30. Mai 2017

Grinsen Sie Ihren Heißhunger einfach weg!

Wer unter Fressattacken leidet und überhaupt zu den emotionalen Essern gehört, sollte seine Mundwinkel unter Kontrolle bringen. Nicht etwa, weil ein an den Rändern nach oben gezogener Mund schlechter zu öffnen wäre, sondern weil das Lächeln, das dabei ausgelöst wird, den Menschen, dem diese ins Gesicht geschrieben steht, positiv und zufrieden mit sich und der Welt stimmt – und seiner momentanen Ernährungslage. Also: Grinsen Sie einfach mal wieder ihren Heißhunger weg!

Heißhunger-Attacken sind ein weitverbreitetes Phänomen, das einem gestörten Essverhalten vorausgeht, wie etwa übermäßiges Essen und Fressattacken. Dieser Heißhunger ist oft mit negativen Affekten, vorübergehenden Gemütserregungen verbunden, vor allem bei emotionalen Essern.

Jüngste Studien haben das Interesse an einer Theorie über die bewusst herbeigeführten Veränderungen dieser Affekte wiederbelebt: die Facial-Feedback-Hypothese.

Diese Theorie behauptet, dass mimische Gesichtsausdrücke solche affektiven Erfahrungen beeinflussen können. Angesichts der Beziehung zwischen negativen Affekten und Heißhunger-Attacken könnte ein solches Facial-Feedback ein Mittel zur Verringerung oder Verhütung solchen Heißhungers sein.

Prof. Dr. rer. nat. Alexandra Martin
In einer aktuellen experimentellen Studie aus Wuppertal, bei der Forscher 60 Probandinnen einer Vorlese-Aufgabe unterzogen, untersuchten diese, ob eine implizite Modulation der Gesichtsmuskelaktivität - im einen Fall durch den Muskulus zygomaticus, Jochbeinmuskel, zuständig für das Mundwinkelheben beim Lächeln, und im andern Fall durch den Muskulus corrugator supercilii, der "Runzler der Augenbrauen", zuständig für das Stirnrunzeln, eine Auswirkung auf Heißhunger-Attacken zeigen würde. Die Forscher haben weiter untersucht, ob dabei speziell die Persönlichkeitsmerkmale des emotionalen Essers den Gesichts-Feedback-Effekt beeinflussen.

Ergebnis: Die Aktivierung des Mundwinkelhebers verhinderte das Auftreten von Heißhunger nach der Exposition mit schmackhaften Lebensmitteln. Heißhunger erhöhte sich nur in der Gruppe der Stirnrunzler.

Der Facial-Feedback-Effekt war dabei bei emotionalen Essern besonders ausgeprägt, was durch eine besonders signifikante Mäßigung des Heißhungers gekennzeichnet war. Bei Teilnehmern mit einem hohen Grad an emotionalem Essen wurde der Heißhunger in der Smily-Gruppe reduziert und in der Stirnrunzel-Gruppe verstärkt.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass mimische Ausdrücke Heißhunger-Attacken beeinflussen können. Bestehende Ansätze, die implizite Verhaltensänderungen über Facial-Feedback ansprechen, könnten so auch auf das Essverhalten übertragbar sein. Diese Methode könnte also bei der Veränderung einer dysfunktionalen Ernährung hilfreich sein, vor allem bei Personen, die zu emotionalem Essen neigen.

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