Sonntag, 4. Juni 2017

Omega-6-Fettsäuren: keine generelle Empfehlung für Herz-Kreislauf-Prophlaxe

Omega-6-Fettsäuren zu vertäufeln, würde einzelnen Spezies dieser Fettsäure-Gruppe nicht gerecht werden. Einige von ihnen wirken nämlich ähnlich anti-entzündlich wie die Omega-3-Fettsäuren. Beispielsweise die Gamma-Linolensäure in Nachtkerzen-Öl. Deshalb sollten künftig auch nur noch diese Spezies für die Prophylaxe von Herz-Kreislauf-Erkrankungen empfohlen werden.

Dienstag, 30. Mai 2017

Grinsen Sie Ihren Heißhunger einfach weg!

Wer unter Fressattacken leidet und überhaupt zu den emotionalen Essern gehört, sollte seine Mundwinkel unter Kontrolle bringen. Nicht etwa, weil ein an den Rändern nach oben gezogener Mund schlechter zu öffnen wäre, sondern weil das Lächeln, das dabei ausgelöst wird, den Menschen, dem diese ins Gesicht geschrieben steht, positiv und zufrieden mit sich und der Welt stimmt – und seiner momentanen Ernährungslage. Also: Grinsen Sie einfach mal wieder ihren Heißhunger weg!

Heißhunger-Attacken sind ein weitverbreitetes Phänomen, das einem gestörten Essverhalten vorausgeht, wie etwa übermäßiges Essen und Fressattacken. Dieser Heißhunger ist oft mit negativen Affekten, vorübergehenden Gemütserregungen verbunden, vor allem bei emotionalen Essern.

Jüngste Studien haben das Interesse an einer Theorie über die bewusst herbeigeführten Veränderungen dieser Affekte wiederbelebt: die Facial-Feedback-Hypothese.

Diese Theorie behauptet, dass mimische Gesichtsausdrücke solche affektiven Erfahrungen beeinflussen können. Angesichts der Beziehung zwischen negativen Affekten und Heißhunger-Attacken könnte ein solches Facial-Feedback ein Mittel zur Verringerung oder Verhütung solchen Heißhungers sein.

Prof. Dr. rer. nat. Alexandra Martin
In einer aktuellen experimentellen Studie aus Wuppertal, bei der Forscher 60 Probandinnen einer Vorlese-Aufgabe unterzogen, untersuchten diese, ob eine implizite Modulation der Gesichtsmuskelaktivität - im einen Fall durch den Muskulus zygomaticus, Jochbeinmuskel, zuständig für das Mundwinkelheben beim Lächeln, und im andern Fall durch den Muskulus corrugator supercilii, der "Runzler der Augenbrauen", zuständig für das Stirnrunzeln, eine Auswirkung auf Heißhunger-Attacken zeigen würde. Die Forscher haben weiter untersucht, ob dabei speziell die Persönlichkeitsmerkmale des emotionalen Essers den Gesichts-Feedback-Effekt beeinflussen.

Ergebnis: Die Aktivierung des Mundwinkelhebers verhinderte das Auftreten von Heißhunger nach der Exposition mit schmackhaften Lebensmitteln. Heißhunger erhöhte sich nur in der Gruppe der Stirnrunzler.

Der Facial-Feedback-Effekt war dabei bei emotionalen Essern besonders ausgeprägt, was durch eine besonders signifikante Mäßigung des Heißhungers gekennzeichnet war. Bei Teilnehmern mit einem hohen Grad an emotionalem Essen wurde der Heißhunger in der Smily-Gruppe reduziert und in der Stirnrunzel-Gruppe verstärkt.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass mimische Ausdrücke Heißhunger-Attacken beeinflussen können. Bestehende Ansätze, die implizite Verhaltensänderungen über Facial-Feedback ansprechen, könnten so auch auf das Essverhalten übertragbar sein. Diese Methode könnte also bei der Veränderung einer dysfunktionalen Ernährung hilfreich sein, vor allem bei Personen, die zu emotionalem Essen neigen.

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Freitag, 14. April 2017

Industrielle Gewinnung von Ballaststoffen und Mineralien aus Orangenabfällen

Die Produktion von Orangensaft auf industrieller Ebene führt zu einer beträchtlichen Menge an festen und flüssigen Rückständen, nämlich rund 8 bis 20 Millionen Tonnen pro Jahr weltweit, die entweder als Abfall entsorgt werden müssen oder in der Landwirtschaft "untergezackert" werden. Dass es klüger wäre, die Mineralien, Mikronährstoffe und Ballaststoffe aus diesen Abfällen der Ernährung des Menschen zugänglich zu machen, zeigen jetzt zwei aktuelle Studien auf.

Im Allgemeinen haben Orangenreste keinen ökonomischen Wert, obwohl ihre Zusammensetzung reich an löslichen Zuckern, Cellulose, Hemicellulose, Pektinen und ätherischen Ölen ist, die die Grundlage mehrerer industrieller Prozesse bilden könnten. In einer früheren Studie wurden Informationen über das technologische Potential der festen und flüssigen Rückstände gesammelt, die bei der Verarbeitung von Orangensaft erzeugt wurden. Als mögliche Anwendungen wurde der menschliche Verzehr, Dünger, Tierfutter, Holzkohle, Adsorption von chemischen Verbindungen, Bio-Öl-Produktion und Extraktion von ätherischen Ölen und Pektinen vorgeschlagen.

Ziel einer aktuellen Studie aus Deutschland und Brasilien war es jetzt, die Biozugänglichkeit von Ca, Fe und Mg in diesen Resten von Orangen, Zitronen und deren Mischungen abzuschätzen, die beim Kochen mit Wasser aus den industriellen Rückständen gelöst wurden.

Die gemessenen Proben enthielten durchschnittlich

  • 9,53 g / 100 g Feuchtigkeit
  • 6,09 g / 100 g Proteine
  • 3,23 g / 100 g Asche (hier befinden sich die Salze der Mineralien)
  • 3,15 g / 100 g Lipide
  • 34,26 g / 100 g unlösliche Faser
  • 27,88 g / 100 g lösliche Faser
  • 25,64 g / 100 g Kohlenhydrate
Der Prozentsatz an löslichen einerseits und dialysierbaren Mineralien andererseits reichte von 19,36 bis 77,33 %. Es wurde bestätigt, dass das Kochen die Mineralstoff-Biozugänglichkeit beeinflusst und die dialysierbare Fraktion von Fe, Mg und Ca-Dialysat aus Orangenschalen erhöht.

Diese Studie bewies damit das hohe Potenzial von Zitrusresten für den menschlichen Verzehr. Dieser "industrielle Abfall" könnte demnach zu der notwendigen Versorgung der Menschen mit Mineralien- und Makronährstoffen sowie mit löslichen und unlöslichen Fasern (Ballaststoffen) beitragen.

Bei gleichzeitiger Entlastung der Umwelt!

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Foto: Maren Beßler / pixelio.de

Wer es genau wissen will, wie die Industrie Obstsäfte herstellt:

 

Donnerstag, 13. April 2017

B-Vitamine reduzieren Schlaganfall-, Demenz- und Alzheimer-Risiko

Nur wenige Vitamine gibt es, die wir nicht über eine vernünftigen Ernährung ausreichend aufnehmen können. Dazu zählen die meisten Forscher die Folsäure und andere B-Vitamine. Sie haben im Körper vielfältige Aufgaben im Stoffwechsel zu erfüllen. Ausreichend im Körper vorhanden können sie uns so vor Schlaganfall, Demenz und Alzheimer schützen. Weil es aber keine Depotwirkung gibt (außer Vit-B 12) müssen wir auf eine tägliche ausreichende Zufuhr achten.



Folsäure zählt zu den B-Vitaminen und spielt eine wichtige Rolle in der Gehirnfunktion. Falsche Ernährung oder genetische Defizite führen im Stoffwechsel der Folsäure zu erhöhten Homocystein-Werten, die mit einem erhöhten Risiko verbunden sind, einen Schlaganfall zu erleiden.

Die Reduktion von Homocystein vor oder nach einem Schlaganfall durch Zugabe von B-Vitaminen war ein Schwerpunkt vieler klinischer Studien, aber die Ergebnisse blieben bislang uneinheitlich. Versuche an Labortieren können aber sehr erfolgreich solche funktionalen Auswirkungen und Mechanismen aufklären und aufzeigen, welche Mittel die Folgen eines Schlaganfalls positiv beeinflussen könnten.

Das Ziel einer aktuellen Studie aus Deutschland und Kanada war es deshalb, die Rolle von B-Vitaminen in der Schlaganfallpathologie an Labormäusen zu untersuchen. Die Mäuse wurden dazu vier Wochen lang auf eine folsäurefreie Diät gesetzt, um damit den Homocystein-Level im Blut zu erhöhen. Dann wurde bei ihnen durch eine ischämische Schädigung ein Schlaganfall im motorischen Zentrum des Gehirns ausgelöst. Nach diesem Eingriff wurden die Mäuse mit einer Diät, reich an B-Vitaminen und Cholin, vier Wochen ernährt. Danach beurteilten die Forscher die motorische Funktion der Mäusen.

Ergebnis: Mäuse mit B-Vitaminen in der Nahrung zeigten eine deutlich verbesserte motorische Funktion im Vergleich zu Mäusen, die weiterhin ohne Folsäure im Futter auskommen mussten.

Um das geschädigte Gewebe herum konnten die Wissenschaftler nur dann eine erhöhte Proliferation, Neuroplastizität und antioxidative Aktivität feststellen, wenn die Mäuse Vitamin-B-Gaben erhielten.

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(Anm: Jeder Mensch hat Homocystein im Blut. Es ist ein Abfallprodukt des natürlichen Eiweißstoffwechsels und entsteht bei der Verarbeitung der Aminosäure Methionin im Körper. Methionin ist Bestandteil vieler Nahrungsmittel, besonders von rotem Fleisch, Geflügel und Proteinen aus Milchprodukten. Für die Ausscheidung von Homocystein werden vor allem bestimmte B-Vitamine (B6, B12 und Folsäure) benötigt. Bei Vitamin-B-Mangel wird das Homocystein nicht mehr vollständig abgebaut, sein Gehalt im Blut steigt an, die Wände der Gefäße werden angegriffen, das Blut gerinnt leichter und es können sich Ablagerungen bilden, die den Blutfluss behindern. Dies wiederum kann zu einem Schlaganfall führen.

Zudem kann das Zellgift Homocystein die Hirnleistung schädigen und Demenz und Alzheimer auslösen.

Bei vielen dieser Patienten wurde ein Vitamin-B-Mangel festgestellt. (supplementa.com)

Folsäure ist besonders hoch konzentriert in Hefen, Weizenkeimen, Linsen und Kalbs-und Geflügelleber vorhanden.

 

Foto: Weizenkeime – reich an Folsäure. M. Großmann / pixelio.de




 

Montag, 27. März 2017

Zuckersüße Erfrischungsgetränke – die neuen teuflischen Feuerwasser

Bis zu 25 Zuckerwürfel pro Liter enthält mehr als jedes dritte Erfrischungsgetränk hierzulande. "Auf Ihre Gesundheit", kann man da nur wünschen – und auf die drohende Diabetes wetten.

Dienstag, 21. März 2017

Goldene BMI Regel so alt wie die Welt: zu Abend essen wie ein Bettelmann

Wer gesund und mit einem dazu passenden BMI leben will, sollte sich bei seiner abendlichen Nahrungsaufnahme zurückhalten, denn alle, die Frühstück und Mittagessen zugunsten eines deftigen Abendessens vernachlässigen, neigen offensichtlich dazu, an Gewicht zuzulegen.

Donnerstag, 16. März 2017

Macht uns das Kuschelhormon Oxytocin nicht nur sexy, sondern auch schlank?

"Ein guter Hahn wird nicht fett". Wir alle kennen dieses Sprichwort und denken wohl insgeheim an einen 5000-Meter-Lauf, dem ein Geschlechtsakt gleichkommen soll, zumindest was den Verbrauch von Kalorien angeht. Vielleicht ist daran aber etwas ganz anderes Schuld: das Liebes- und Kuschelhormon Oxytocin. Es reduziert nämlich das Verlangen nach Nahrungsaufnahme und ersetzt dieses Verlangen durch das "Schmetterlinge-im-Bauch-Gefühl", was Liebende allein von "Luft und Liebe" (über)leben lässt. Also: Kuscheln oder lieben Sie doch einfach ihre ungeliebten Speckröllchen weg!